- seit 2000 das Forum für 6er Fans -

M88-Motorrevision - Teil 1 (BMW-E24-Forum)

Gregor Z. @, 72589 Westerheim, Donnerstag, 09. August 2018, 21:19 (vor 67 Tagen) @ E24Schwede

Hallo 6er-Gemeinde,

nach 150.000 km habe ich mich entschlossen, bei meinem M635 eine Motorrevision machen zu lassen (Baujahr 1985). Der Grund hierfür war nicht nur die Gesamtfahrleistung in den 33 Jahren und der konstante Ölnebel im Heckbereich, sondern auch die in positive Wertentwicklung der E24-M-Modelle.

Meine Auswahl fiel auf einen Spezialisten in Marsberg, der schon ca. fünfzig M88-Motoren revidiert hat und entsprechend Erfahrung hat. Beim Termin zur Übergabe des Fahrzeugs und der Probefahrt war der erste Eindruck meines Ansprechpartners, daß die Motorleistung "untenherum recht müde sei" und gefühlt nur noch ca. 240 – 245 PS zur Verfügung würden.

Bei der Begutachtung des Triebwerks auf der Hebebühne haben wir diverse Undichtigkeiten und verölte Stellen identifiziert. Nach dem Ausbau des Motors bestätigte sich das Bild an den bekannten Stellen. Die Analyse nach der Demontage des Triebwerks war recht positiv, d. h. kein Riss des Zylinderkopfs oder sonstige, gravierende und damit kostenintensive Schäden.

Der Motorblock und Zylinderkopf waren in einem guten Zustand, nur 5 bis 6 Hundertstel Verschleiß, offensichtlich wenig ‚getreten‘. Also keine neuen Kolben nötig (Mehrkosten ca. 2.000 €!), nur die Laufbuchsen wurden gehohnt und die gereinigten Kolben mit neuen Kolbenringen eingebaut.

Dennoch hätte der Motor nicht mehr lange gehalten, da die Ölbohrungen der Nockenwellen mit Dichtmasse verstopft waren und die Steuerkette unzulässigerweise mit einem Kettenschloss verschlossen war. Die Kette muss vernietet sein, da sonst ab 5.000 U/min der Haltesplint abfallen könnte.

Einige Kettenröllchen der Steuerkette waren abgeplatzt und lagen vor der Ölpumpe und im Zylinderkopf. Die Nockenwellen sind noch in gutem Zustand, bis auf die verstopften Ölbohrungen.

Die Muttern vom Nockenwellengehäuse waren lose und ließen sich von Hand abdrehen. Eine Schraube war bis auf 2 Gewindegänge lose, diese wäre bald in den Motor gefallen!

Die von BMW damals empfohlene Umrüstung auf die doppelten Ventilfedern wurde durchgeführt, jedoch wurde der Zylinderkopf außen dazu nicht wie üblich mit Körnerpunkten gekennzeichnet.

Die Ventilschaftabdichtungen waren lose und die Ventile durch das durchlaufende Öl stark verkohlt. Die Kolben waren stark verölt, einige Ölkanäle stark verdreckt und die Pleuel- und Hauptlager einseitig eingelaufen. Beim Einschleifen der Ventile wurde ein krummes Einlassventil entdeckt und ausgetauscht.

Teil 2 folgt gleich im separatem Thread (wegen der Länge!).

.....

In diesem Sinne, beste Grüße!

Gregor Z.

Nach dem Ausbau:

[image]

[image]

[image]

Jetzt das Innenleben:

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

Der Zusammenbau:

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

Impressum
powered by my little forum