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Lichtmaschine mit 80A statt 65A (BMW-E24-Forum)

Holger Petersen @, Samstag, 27. Oktober 2018, 17:02 (vor 24 Tagen)

Hallo liebe 6er Freunde,
meine Lichtmaschine ist endgültig tot.
Ich hätte da mal ein paar Grundsatzfragen:
1. regeln doch die Regler nur die Spannung (mit der die Lichtmaschine lädt), oder? Und wenn dem so ist, dann verstehe ich nicht, wie eine Überladung der Batterie vermieden wird. Ich habe immer gelernt, eine Batterie mit ungefähr einer Stromstärke von einem Zehntel der Kapazität zu laden und dann nach zehn Stunden abzuschalten. Variierung dessen ist natürlich möglich, solange die Kapaziät nicht überstiegen wird. Ist das falsch? Schließlich läuft doch der Motor und dreht die Lichtmaschine auch dann, wenn die Batterie schon voll ist. Kommt es dann einfach zu keiner weiteren Ladungstrennung in der Batterie und schadet das nicht?

2. habe ich eine passende 80A-Lichtmaschine gefunden (damit mehr Stromstärke als die Originale mit 65A). Kann ich diese verbauen? Die Spannung bleibt ja konstant, doch hat die erhöhte Stromstärke auch keine Auswirkung auf das Bordnetz? Dass die Batterie schneller geladen wird, ist mir klar.

3. würde mich interessieren, wo die zweite Plusleitung von der Lichtmaschine hinführt. Eine geht direkt zur Batterie, von dort aus das Bordnetz betrieben wird. Geht die zweite Leitung direkt zum Sicherungskasten und damit nicht über die Batterie auch zu den Verbrauchern? Dient diese Leitung dann dazu, die Batterie nicht unnötig zu belasten?

Bin sehr dankbar für bisschen Fachwissen

Danke euch

--
635 Baujahr 1981 Automatik

Lichtmaschine mit 80A statt 65A

Holger Lübben ⌂ @, Samstag, 27. Oktober 2018, 18:24 (vor 24 Tagen) @ Holger Petersen

Hi!

Alle meine Antworten gelten in erster Linie für serienmässige Komponenten - also nicht z.B. für neuere Batterietypen wie GEL oder AGM.

Hallo liebe 6er Freunde,
meine Lichtmaschine ist endgültig tot.
Ich hätte da mal ein paar Grundsatzfragen:
1. regeln doch die Regler nur die Spannung (mit der die Lichtmaschine lädt), oder? Und wenn dem so ist, dann verstehe ich nicht, wie eine Überladung der Batterie vermieden wird. Ich habe immer gelernt, eine Batterie mit ungefähr einer Stromstärke von einem Zehntel der Kapazität zu laden und dann nach zehn Stunden abzuschalten. Variierung dessen ist natürlich möglich, solange die Kapaziät nicht überstiegen wird. Ist das falsch? Schließlich läuft doch der Motor und dreht die Lichtmaschine auch dann, wenn die Batterie schon voll ist. Kommt es dann einfach zu keiner weiteren Ladungstrennung in der Batterie und schadet das nicht?

Der Unterschied liegt darin das ein 0815-Ladegerät beim Laden den Strom konstant hält und dabei ggf. die Spannung erhöht um den gewünschten Strom in die Batterie zu befördern. Dann stimmt die Aussage das man den Ladevorgang nach einer Zeit X abbrechen muss. Die Lichtmaschine im Auto hingegen hält die Spannung konstant. Und dann ist es so das die Batterie irgendwann keinen Strom mehr aufnimmt. Du kannst also problemlos die Batterie zu Hause randvoll aufladen und dann stundenlang durch die Gegend fahren - die Batterie wird keinen Schaden nehmen.


2. habe ich eine passende 80A-Lichtmaschine gefunden (damit mehr Stromstärke als die Originale mit 65A). Kann ich diese verbauen? Die Spannung bleibt ja konstant, doch hat die erhöhte Stromstärke auch keine Auswirkung auf das Bordnetz? Dass die Batterie schneller geladen wird, ist mir klar.

Es geht hier um die maximale Stromstärke den die Lichtmaschine liefern könnte. Wenn der Strom aber nicht abgerufen wird, dann liefert die Lichtmaschine auch gerne weniger. Es wird also keine negative Auswirkung aufs Bordnetz haben. Der positive Effekt: WENN das Auto tatsächlich mal grössere Mengen an Strom abruft, dann bleibt das Bordnetz mit der grösseren Lichtmaschine stabil.

Zu beachten ist hierbei natürlich das grössere Strommengen auch dickere Kabel benötigen. Ich vermute aber das BMW im 6er immer die Kabel für die grösste bestellbare Lichtmaschine verbaut hat. Sinnvoll ist es natürlich zu der grösseren Lichtmaschine auch eine grössere Batterie zu nehmen. Aber nicht weil die kleinere ein Problem bekommt, sondern weil man in kritischen Situationen (z.B. Kaltstart) einen grösseren Puffer hat.


3. würde mich interessieren, wo die zweite Plusleitung von der Lichtmaschine hinführt. Eine geht direkt zur Batterie, von dort aus das Bordnetz betrieben wird. Geht die zweite Leitung direkt zum Sicherungskasten und damit nicht über die Batterie auch zu den Verbrauchern? Dient diese Leitung dann dazu, die Batterie nicht unnötig zu belasten?

Eine Plusleitung geht zum Anlasser und dann zur Batterie, ein weiteres Kabel geht zur Kontrolleuchte im Cockpit und (Baujahresbedingt) ein drittes Kabel zum Diagnosestecker.


Bin sehr dankbar für bisschen Fachwissen

Danke euch

Gruß Holger

Lichtmaschine mit 80A statt 65A

uli @, Bad Oeynhausen, Samstag, 27. Oktober 2018, 18:36 (vor 24 Tagen) @ Holger Petersen

Die Batterie regelt den Strom des Ladegerätes oder der Lima selber durch ihren Innenwiderstand.
Die 0815 Ladegeräte machen das im Prinzip genau so. Nur wenn die Batterie voll ist wird das Ladegerät nicht mehr belastet und läuft mit Leerlaufspannung. Die ist dann um 16 Volt und somit sulfatiert die Batterie. Bei der Lima wird die Spannung durch den Regler auf 13,8 , 14,0 oder 14,2 Volt begrenzt, je nach dem was für ein Regler verbaut ist.

--
Gruß Uli

635CSI, silbermet, Bj 01.79, 5Gang Sport

Lichtmaschine mit 80A statt 65A

Holger Petersen @, Samstag, 27. Oktober 2018, 20:41 (vor 24 Tagen) @ uli

Vielen Dank für die Antworten.
Die helfen wirklich weiter und ist es in diesem Forum so, dass Leute antworten, die Ahnung haben.
Danke, dass es dieses Forum gibt!
Wo stände ich jetzt mit meinem Wagen erst, wenn es dieses Forum nicht gäbe. Das anrüchige Image von Foren wird hier einfach nicht bestätigt.

Gruß

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635 Baujahr 1981 Automatik

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